L’art au lac – DFG sieht Folkwang auf Villa Hügel

Ausflug mit Bahn und Boot am Sonnabend, 25. Juli 2009

Am letzten Julisonnabend war die DFG Köln unterwegs nach Essen, der Stadt die sich auf RUHR.2010, die Rolle des Ruhrgebiets als Kulturhauptstadt mit Essen als Zentrum, vorbereitet. Das Folkwang Museum wird erneuert und erheblich erweitert, und der Sammlungsteil der klas-sischen Moderne ist für diese Zeit in die Villa Hügel ausgelagert. Nach gelassener Bahnfahrt bis in die Höhle des Löwen (S-Bahnhof Hügel) wurden wir von Frau Dr. Thomas-Netik geführt, die in hervorragender Weise prototypische Gemälde herausgriff und an ihnen Stiltypisches und Inno-vatives herausarbeitete – ein wahrer kunsthistorischer Diskurs. Die Sammlung (ca. 100 Gemälde, dazu einige wertvolle Grafiken und Plakate) beschreibt die Moderne von ersten Anfängen bei Manet und Cézanne bis zu den Surrealisten und ist europäisch-breit angelegt. Sehr gut werden diese knapp 100 Jahre als Weg vom Abbild zur Wieder-Gabe und zur freien Gestaltung vorgeführt. Dass der eine oder andere „Held“ fehlt (etwa Corinth oder Chagall) und es „nur“ zwei Picasso gibt, ver-letzt nicht zu sehr, man sieht zahlreiche markante und wunderbare Meisterwerke und wichtige Ver-weise auf Vorgänger wie Daumier und Courbet.

 

Auch die schlichten Freuden kamen nicht zu kurz - im volkstümlichen griechischen Ausflugslokal „Hügoloss“ verbrachten wir eine frohe und ausgedehnte Mittagszeit. Die Rückkehr führte mit dem Schiff über den Baldeneysee bei Kaffee und Kuchen bis Kupferdreh. Dort spazierten wir munter am Ufer entlang zum alten Bahnhof (Lokal Lukas, Stratmann-Treff) und zum neuen S-Bahn-Halt. Über Wuppertal erreichten wir Köln im Sonnenschein.

 

Der etwas aprilhafte Sommertag belastete uns gar nicht, der Vertrag mit Petrus sah vor, dass es nur regnete, wenn wir unter Dach waren, dagegen die Sonne schien, wenn wir unterwegs waren – niemand musste den Schirm öffnen.

 

Es war ein harmonischer, geselliger und doch anspruchsvoller Ausflug!

Haye Roth