Das intergenerationelle Erinnerungsprojekt „Projet de la Mémoire“ Köln-Lille wurde zunächst auf ein Jahr angelegt. Im ersten Schritt zeigten Lehramtsstudierende des Fachs Politikwissenschaft und anderer Fakultäten der Universität zu Köln den französischen Teilnehmenden der germanistischen Fakultät Lille (Mitglieder der Association GENAU!) belastete Orte deutsch-französischer Vergangenheit in Köln (unter anderem Tanzbrunnen, Messelager Köln Deutz, Messeturm, Kölner Dom, Bahn Denkmal vor dem HBF, Melaten-Friedhof) Unterstützt würde Team jung von Team alt, vier ehrenamtlichen Expert*innen.
Aufgrund von organisatorischen und finanziellen Herausforderungen der Lille Gruppe mussten die geplante Begegnung in Frankreich abgesagt werden. Während dieser Zeit bot die Kölner Studierenden-Gruppe eine Führung durch Köln Müngersdorf an, um auf die Geschichte des ehemaligen Deportationslagers und Sport- und Propagandazentrums der Nazis hinzuweisen.
2024 beschloss die deutsche Delegation, eine Reise nach Straßburg zu organisieren und kooperierte dafür mit
der Partnerorganisation „Les Jeunes Européens“ in Straßburg. Die Region Elsass wurde gewählt wegen der
Scharnierfunktion für die wechselvolle deutsch-französische Geschichte einerseits und die zukunftsweisende
Arbeit Europas andererseits. Die Gewaltgeschichte des Zweiten Weltkriegs wird in Straßburg als Teil der
Stadtgeschichte repräsentiert, ebenso wie die europäische Idee durch den Fernsehsender ARTE, das
Europäische Parlament und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. 80 Jahre nach der Befreiung
des NS-Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof war der Besuch dieses Ortes, in dem während der NS-Zeit
Widerstandskämpfer*innen aus ganz Europa interniert waren, besonders wertvoll für die politisch-historische
Bildung.
Ziele des Projekts:
- Intergenerationelles Arbeiten an der deutsch-französischen Erinnerung
- Studierende erarbeiten in Kooperation mit Geschichtswissenschaftler*innen Stationen der deutsch-
französischen Erinnerungskultur und treten in einen transnationalen Austausch
- Studierende aus Frankreich und Deutschland beschäftigen sich mit der Zukunft der beiden Länder und
Europas in der aktuellen Lage
- Aufbau eines Netzwerks zwischen der Universität zu Köln, der DFG Köln und dem EL-DE-Haus Verein sowie zwischen interessierten weiteren Teilnehmer*innen
- Partnerorganisationen: Association Genau! der germanistischen Fakultät Lille
- Les Jeunes Européens
- Lehrbereich Politikwissenschaft der Universität zu Köln (Dr. Anne Klein)
- El-De-Haus Verein (Claudia Wörmann-Adam)
- Finanzierung: Städtepartnerschaften gestalten! Stadt-Koeln.de
- DFG Köln (Angelika Sandte-Wilms)
- Einzelspenden von Mitgliedern der DFG Köln
2024 organisierten Studierende der Politikwissenschaft für Student*innen aus der Partnerstadt Lille eine Erkundung verschiedener Erinnerungsorte in Köln (einschl. Kulturprogramm im Institut français) Die Dokumentation (Köln Alt/Neu) finden Sie hier.
Im Sommer 2024 besuchte das Kölner Team Jung-Alt Straßburg als wichtigen Ort für die deutsch-französischen Beziehungen. Ca. 50 Minuten Autofahrt von der Stadt entfernt liegt das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. An der heutigen Gedenkstätte wird der Opfer der NS-Zwangsarbeit und der gewaltsamen medizinischen Forschung an Menschen gedacht, vor allem befindet sich hier ein zentraler Gedenkort für die gewaltsame Internierung des europäischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
Die transnationale Verschränkung der gewaltsamen NS-Geschichte nicht nur zwischen Deutschland und Frankreich, sondern auf dem Weg ins und im Nachbarland Luxemburg zu untersuchen, stand auf der Agenda der intergenerationellen Begegnung im November 2025. Die Exkursion wurde durchgeführt vom „Team Jung“ (Studierende der Politik- und Geschichtswissenschaft: Anna Schonebeck, Nina Hippler, Noah Thiemann, Paula Klein, Tom Woudstra) in Kooperation-mit Angelika Sandte-Wilms (DFG), Claudia Wörmann (EL-DE Haus Verein) und Dr. Anne Klein (El-DE-Haus Verein, Lehrstuhl Politikwissenschaft/Humanwissenschaftliche Fakultät). Wichtige Kooperationspartnerin war Angelika Hünerbein von der Ringpartnerschaft Köln und Esch-sur-Alzette (Luxemburg) für die Begegnungen in Luxemburg Stadt und Esch-sur-Alzette. Zum Anschauen der Dokumentation bitte hier klicken.